Wann ist das Maß voll und wie groß sollte es sein, um unsere Bedürfnisse nach Wohnraum zu befriedigen? CONTAIN macht diese Fragen körperlich spürbar — als Keramikinstallation, die Daten zu Wohnraum und Bodenversiegelung in Tirol in Form übersetzt.
Im Zentrum steht die Tasse: geformt von Kindern aus dem Freundeskreis Flüchtlinge Volders, von Erwachsenen verschiedener Generationen, von Händen, die unterschiedlich vertraut mit dem Gefühl von Bodenlosigkeit sind. Kleine Tassen, manche mit Untertasse, manche ohne — sie halten den Wunsch nach Wohnraum. Eine monumentale überlaufende Tasse, deren Proportionen aus Daten zur Flächenversiegelung berechnet sind.
CONTAIN hält ein Paradox aus: Die Natur schreit „Halt!“ — versiegelte Böden, verlorene Biodiversität, überschrittene Kipppunkte. Menschen schreien „Halt!“ — sie suchen Wohnraum, der ihnen Halt gibt. Zwei legitime Bedürfnisse, die kollidieren. Die Installation löst diesen Widerspruch nicht auf. Sie macht ihn fühlbar und eröffnet den Raum zur partizipativen Mitgestaltung unserer Zukunft.
Im Vortrag öffnet Lisa Lechner den Blick hinter die Arbeit: Wie können wir das Menschliche in Daten spürbar machen? Wie kann Kreativität uns helfen, die wesentlichen Muster in Daten zu verstehen — und daraus zu handeln? Welche Entscheidungen stecken hinter einer künstlerischen Übersetzung der Daten?
